Efringen-Kirchen
13.August 2001

Olé - Alles in Fiesta-Laune
Spanische Nacht ein grandioser Publikumserfolg / Sitzplätze und Essen reichten nicht aus
EFRINGEN-KIRCHEN (mao). Heiße spanische Rhythmen viel mediterranes Flair mitten im Rebland: Auf dem Rathausplatz stieg am Samstag die erste "Spanische Nacht" und begeisterte die Besucher. Mehrere Tausend Menschen ließen es sich nicht nehmen, bis spät in die Nacht gemeinsam eine "grande Fliesta" zu feiern.
Damit hatten die Veranstalter vom Förderverein nicht gerechnet: Bereits zum Auftakt um 18 Uhr war kein Sitzplatz mehr zu ergattern. Spontan machten sich fleißige Helfer auf den Weg, um nach verfügbaren Sitzgamituren zu suchen. Das Probelokal "Wäschi" des Musikvereins, wurde dafür restlos leergeräumt, die Zimmerei Hemmer transportierte nochmals unter dem lauten Ruf "Viva Espana" Tische und Bänke für 80 Personen an. Abladen mussten die Zimmermänner dann nicht mehr, die Garnituren wurden ihnen im wahrsten Sinne des Wortes aus den Händen gerissen. Irgendwie fand sich für jeden auf dem überfüllten Rathausplatz dann doch noch ein Plätzchen, auch wenn niemand so richtig weiß, wie das überhaupt funktionieren konnte.

Dennoch bewahrheitete sich an diesem Abend wieder einmal das bekannte Gorbatschow-Zitat: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Um 20.30 Uhr bereits war die süffige Sangria leer gezürpfelt, eine Stunde später die Paella restlos weggeputzt. Noch um 22 Uhr musste ein heimischer Metzger seinen Kühlraumm öffnen. Spontan improvisierte man mit gebrutzelten Steaks, Würstchen und Putengeschnetzeltem. Die unglaubliche Zahl von 2500 Essensportionen ging so in der rauschenden Nacht über die Theke.

Organisator Hanspeter Lenz war bei den Aufräumarbeiten am Sonntag Morgen dann auch leicht vom Erfolg benommen: "Es war eine grandlose Fiesta", zog er äußerst zufrieden Bilanz. Man habe fast doppelt so viele Sitzplätze wie im letzten Jahr angeboten, jetzt sei man endgültig am Limit angekommen. Größer könne und wolle man nicht werden, "sonst leidet das Flair".
Bis tief in die Nacht heizten die beiden lateinamerikanischen Musiker Oskar und Roberto bei der "grande Fiesta" auf dem Rathausplatz ein. Dabei gab es bereits am frühen Abend kaum einen freien Platz mehr. Auch das Nationalgericht Paella aus den riesigen Pfannen fand reißenden Absatz

An den grandiosen Stimmung unter freiem Himmel haben maßgeblich auch die künstlerischen Akteuere mitgewirkt, die zum Teil aus Basel verpflichtet wurden. Dabei erwies sich die Kombination zwar als gewagt, aber gelungen. Nach demAuftakt des "Musikvereins Ehingen-Kirchen" trat die Völkstanzgruppe "Aire de Galicia" mit galizischen Dudelsäcken an, nach einer Pause folgte die hervorragende Sopranistin Johanna Schutzbach, die mit innigen Liedern von der iberischen Halbinsel gegen Markgräfler Weinseeligkeit ansang. Etwas einfacher hatte, es da die Flamenco-Gruppe Samirau, die mit gekonntem Hüftschwung und akkurater Körperhaltung andalusische Stimmung auf dem Rathausplatz verbreitete, der mit Palmen und Bananenstauden bestückt, einen südlichen Rahmen abgab.

Wem es nach 22 Uhr nicht zu kühl wurde, erlebte den Höhepunkt mit dem "Duo Sänta Clara". Charmant und temperamentvoll wanderten die beiden Lateinamerikaner Oskar und Roberto mit ihren Gitarren durch die Tischformationen und tauschten Blicke mit den weiblichen Gästen aus. Bis um ein Uhr sorgten sie für einen fast dreistündigen Höhepunkt. So mancher rieb sich beim Anblick der tanzenden Besucher fragend die Augen: "Wo kommen die vielen hervorragenden Tänzerinnen und Tänzer her?". Klar ist seit dieser Nacht: Auch im Markgräflerland gibt es Talente.

RUND UMS FEST
DER GAST ist König, ein ehrenwerter Grundsatz; unter dem allerdings die 60 Helferinnen und Helfer bei der Spanischen Nacht ordentlich zu leiden hatten. Der Heisshunger der Gäste hatte zur Folge, dass viele Helfer leer ausgingen. Gerade mal ein Butterbrot fiel für etliche ab, für einige gab es sogar gar nichts mehr. Dabei hatte man in einer örtlichen Metzgerei noch in der Nacht ordentlich Nachschub geholt, doch nach eineinhalb Stunden war auch dieser bei dem überraschenden Andrang ratzebutz weggegessen.

OHNE KATER: Sonntagmorgen ab fünf Uhr begannen bereits die ersten Helfer wieder mit dem Abbau. Schlaf gab es für sie in dieser Nacht nicht "Wenn man keinen Alkohol trinkt, steht man das durch", sagte ein Aktiver vom Musikverein. Auch ohne Frühstück wurde kräftig angepackt.

LOGENPIATZ: Man konnte die große Fiesta aber auch erholsamer erleben. Am Rathausplatz stehen Wohnungen zwar immer noch leer, einen glücklichem Bewohner gab es dort aber doch: Ein Vater, hatte es sich auf der Terrasse mit seinem Sohn bequem gemacht. Ein erhöhter Logenplatz mit erfrischendem Bier aus dem eigenen Kühlschrank - vergnüglich war die "Druggete" Im spanischen Stil auch von oben.

mao


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